Aktuelles
Die Alp- und Weidegenossenschaft AHG eG
| Vorsitzender des Vorstandes: | Richard Schindele, Unterthingau |
| Vorstand: | Narziß Wenz, Bolsterlang |
| Aufsichtsratsvorsitzender: | Norbert Meggle, Dietmannsried |
| Stellvertr. Aufsichtsrat: | Willebold Gawaz, Niederrieden |
| Aufsichtsrat: | Martin Deubele, Stiefenhofen |
| Aufsichtsrat: | Klaus Weißenhorn, Altenstadt-Bergenstetten |
| Alpverwalter: | Simon Schüssel |
Moderne Alp- und Weidewirtschaft
Seit mehr als 120 Jahren setzt sich die vormals AHG für die Sömmerung der Alp- und Weidetiere ein und das Angebot wird durch die Mitglieder jedes Jahr ausgeschöpft. Es dient hauptsächlich der Tiergesundheit (Fitness und Klauengesundheit) und der Entlastung der Betriebe in den Sommermonaten. Durch stetige Anpassung, Erhaltung und Erneuerung der Liegenschaften trägt dies maßgeblich der Erhaltung der Alpwirtschaft und Tradition bei, dies kann als aktive Landschafts- und Traditionspflege verstanden werden. Mit der Einbeziehung moderner Weidetechnik und geschultem Fachpersonal geht eine stetige Verbesserung moderner Alp- und Weidehaltung einher, denn eine optimale Tiergesundheit und Qualitätsfutteraufnahme ist das Sprungbrett für eine gesunde und leistungsstarke Milchkuh.
Alpsommer 2025: Ein trockener Start – und doch ein gutes Ende
Zwischen Trockenheit, Wetterkapriolen und Herausforderungen
Mit dem Viehscheid geht für unsere Älplerinnen und Älpler der Alpsommer 2025 zu Ende. Es ist Zeit für eine Bilanz – und die fällt, trotz mancher Schwierigkeiten, überwiegend positiv aus.
Bereits im Frühjahr waren die Sorgen groß: Der vergangene Winter brachte nur geringe Schneemengen – nennenswert war die Schneelage erst ab rund 1.900 Metern. Auch das Frühjahr blieb niederschlagsarm. Für die Wasserversorgung der Alpen hingegen ein ernstzunehmendes Problem. Der Start in die Saison verlief somit ungewöhnlich trocken.
Doch der frühe Auftrieb hatte auch seine guten Seiten: Viele Weideflächen waren schon zeitig schneefrei, die Vegetation setzte früh ein. Wer rasch einziehen konnte, war klar im Vorteil – der erste Aufwuchs konnte gut genutzt werden. Dennoch zeigte sich schon nach wenigen Wochen: Das Gras wuchs durch die Trockenheit im Mai und Juni nur zögerlich nach. Erst ab Juli brachte wechselhafteres Wetter die ersehnte Entspannung.
Die zweite Sommerhälfte entwickelte sich dann doch noch zufriedenstellend. Insgesamt können wir auf eine gute Weidesaison zurückblicken – das Vieh konnte meist gesund und gut genährt ins Tal zurückkehren.
Leider hatten wir diesen Sommer drei Verluste durch Abstürze zu beklagen. Solche Vorfälle lassen sich – trotz aller Erfahrung und Sorgfalt – nicht völlig vermeiden. Weitere Herausforderungen waren vereinzelt auftretende Probleme mit dem sogenannten „Äugler“ und dem „Wilden“.
Forst
Aufgrund der Trockenheit im Frühling wurde ein hoher Borkenkäferbefall im Sommer befürchtet. Dieser blieb zum Glück aber aus. Für die Pflegemaßnahmen in unseren Wäldern wurden zwei größere Durchforstungen vorgenommen.
Auch in diesem Jahr wurde wieder in die Alpgebäuden- und Flächen investiert:
- Alpe Riemle: Sanierung des Fundamentes
- Alpe Huberschwendle: Teilerneuerung des Elektroweidezauns
- Alpe Ochsenberg: Ausbau des Obergeschosses
- Jungviehalpe: Erneuerung es Brunnenplatzes
- Bullenalpe: Sanierung der Wasserleitungen
Auftrieb an Jungvieh auf die Alpen der AWG 2024-2025
| Anzahl | Anzahl | Auftriebsdatum | Abtriebsdatum | Weidetage | |
| Jungvieh 2025 | Jungvieh 2024 | ||||
| Jungviehalpe 1) | 92 | 99 | 09. Mai | 15. Sep | 129 |
| Königsalpe 2) | 145 | 146 | 09. Mai | 15. Sep | 129 |
| Bullenalpe | 63 | 65 | 09. Mai | 15. Sep | 129 |
| Ochsenberg 3) | 120 | 113 | 17. Mai | 20. Sep | 126 |
| Schwandegg | 42 | 39 | 20. Mai | 17. Sep | 120 |
| Wirtsberg | 33 | 33 | 06. Jun | 19. Sep | 105 |
| Eckele | 94 | 89 | 24. Mai | 20. Sep | 119 |
| Hofacker | 53 | 50 | 23. Mai | 20. Sep | 120 |
| Drehersalpe | 79 | 69 | 02. Jun | 26. Sep | 116 |
| Kräutersalpe | 48 | 51 | 23. Mai | 16. Sep | 116 |
| Huberschwendle | 51 | 51 | 24. Mai | 19. Sep | 118 |
| Schwinggund | 74 | 73 | 24. Mai | 19. Sep | 118 |
| Neuschwand | 75 | 74 | 24. Mai | 20. Sep | 119 |
| Riemle | 66 | 69 | 17. Mai | 19. Sep | 125 |
| Alpe Gund 4) | 122 | 115 | 06. Jun | 20. Sep | 106 |
| Auftrieb Alpen insgesamt | 1157 | 1136 | 21 | 120 |
1) 3 Pferde, 2) 3 Pferde, 2 Fohlen, 3) 2 Esel, 4) 3 Pferde, Verluste 3
Weidehoftiere AWG 2024-2025
| Anzahl Jungvieh 2024 | Anzahl Jungvieh 2025 | Auftriebsdatum | Abtriebsdatum | Weidetage 2025 | |
| Röhrwang | 139 | 140 | 17. Apr | 22. Okt | 188 |
| Neuhof | 289 | 280 | 19. Apr | 04. Okt | 168 |
| Illas | 128 | 128 | 23. Apr | 08. Okt | 168 |
| Furthof | 122 | 132 | 25. Apr | 07. Okt | 165 |
| Tannenhof | 176 | 179 | 26. Apr | 10. Okt | 167 |
| Reisach | 67 | 53 | 03. Mai | 13. Okt | 163 |
| Auftrieb Weidehöfe Gesamt | 921 | 912 |
Erfolgreiche Weidesaison trotz extremer Wetterbedingungen
Glühende Sommerhitze und tagelanger Regen forderten das Weidemanagement dieses Jahr in besonderem Maße heraus
Die Auftriebe der 912 Tiere auf den sechs Weidehöfen erfolgten Mitte April, wobei die Winterbehandlung und die Weidegewohnheit als entscheidende Faktoren gelten, um die Herden erfolgreich in die Weidesaison zu führen.
Das Wetter stellte dieses Jahr eine besondere Herausforderung dar: Ein sehr heißer und trockener Hochsommer wurde von einer intensiven Regenperiode abgelöst, was sowohl die Weideführung als auch die Flächenbewirtschaftung beeinflusste. Dennoch konnten die Tiere bis einschließlich Mitte Oktober die Weidezeit voll ausnutzen.
Investitionen:
Unsere Betriebe leben von kontinuierlicher Weiterentwicklung. Deshalb haben wir auch in diesem Jahr in Maßnahmen investiert, die unsere Standorte nicht nur funktional verbessern, sondern auch ihren Wert für die Zukunft sichern. Gezielte Holzarbeiten trugen am Furthof und auf der Illas zur Pflege der Waldbestände bei. Am Tannenhof konnten bei einer Pflanzaktion 250 Erlen gepflanzt werden. Hier wurde außerdem der Zufahrtsweg grundlegend erneuert, sodass ein reibungsloser Ablauf während der Auf- und Abtriebe gesichert ist. Weiterhin wurden auf den Weidehöfen Röhrwang, Neuhof und Furthof die Flächen durch Pflege- und Instandhaltungsarbeiten gestärkt. Diese Maßnahmen sichern die Qualität der Böden, steigern die Ertragskraft und schaffen ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige Bewirtschaftung.